GdP Israelreise 20. -29.10.2013

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Reiseleiter: Sven Hüber
Guide in Israel: Yalon Graeber
Busfahrer: Deaib Ghadir

Sonntag 20.10.2013

Die Teilnehmer der Reisegruppe trafen sich um 06:00 Uhr am Flughafen Tegel. Die Flugzeit nach Tel Aviv betrug 3 Stunden 40 Minuten. Bei Ankunft zeigte das Thermometer 26 Grad Celsius. Die Einreise verlief problemlos und unser Guide Yalon nahm uns in Empfang.

Mit dem Bus fuhren wir nach Kfar Shmaryahu. Das Dorf war von im Jahr 1936 von ausgewanderten Deutschen gegründet worden. Danach wurden wir zum Hotel Metropolitan in Tel Aviv gebracht und wir bezogen unsere Zimmer.

Nach dem Abendessen kamen wir erneut zusammen. Nach einer Vorstellungsrunde wurde das Programm des nächsten Tages besprochen.

Die Reisegruppe bestand aus Vertretern verschiedener Behörden wie Bundespolizei, BMI, Landespolizei, LKA, Bundeszollverwaltung. Auch eine Seelsorgerin war mit an Bord. Es waren alle Altersgruppen vertreten. (Ältester Teilnehmer 79 Jahre alt).

Im Anschluss war noch Gelegenheit, die Altstadt von Jaffa zu besichtigen oder den Tag bei einem Gläschen Rotwein ausklingen zu lassen.

Montag, 21.10.2013

Nach ausgiebigem Frühstück starteten wir unsere Reise. Bereits während der Busfahrt gab uns Yalon eine erste Einführung in die Geschichte Israels. Die Begriffe Israeli, Araber und Palästinenser führten bereits zu ersten Verwirrungen.

In Rehovot besichtigten wir eine als Kibbuz getarnte Munitionsfabrik. Unter britischem Mandat war die Herstellung oder der Besitz von Munition bei Todesstrafe verboten.

Weiter ging es zur Unabhängigkeitshalle, in der 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde.

Im Diaspora Museum wurden uns durch eine sehr hübsche Jüdin die jüdische Geschichte und Kultur näher gebracht. Die Führung erfolgte in deutscher Sprache.

Im Anschluss erhielten wir einen Vortrag von Micky Drill, einem Mitarbeiter der Friedrich Ebert Stiftung. Ihm hätte ich noch stundenlang zuhören können. Auf eindrucksvolle Weise zeigte er in kürzester eine mögliche Zwei-Staaten-Lösung auf.

In einer Synagoge Tel Avivs wurden wir in die jüdische Religion eingewiesen und im Anschluss zu koscherem Abendessen in der Synagoge eingeladen.

Nach diesem Mammutprogramm waren wir alle sehr müde. Doch unsere Reiseleiter erklärten uns, dass die Bedeutung von Schlaf völlig überbewertet wird. Na dann, Gute Nacht .

Dienstag, 22.10.2013

Jetzt wird es spannend. Wir fahren entlang des Gaza Streifens. Bereits beim Anblick der Wartehäuschen an den Bushaltestellen, die durch starke Betonmauern zum Schutz vor der Streuwirkung der Raketen der Hamas verstärkt wurden, wird uns bewusst, dass die Gefahr allgegenwärtig ist. Raketen der Hamas können mittlerweile Tel Aviv erreichen!

Am Denkmal „Black Arrow“ (Elite-Einheit“ der Israelis), hielten wir an. Wir sahen israelische Streifen entlang der Grenze, die mit mehreren Fahrzeugen auf uns zukamen und beim Denkmal in einer Picknick-Area Brotzeit machten.

Durch die Negev Wüste und die Judäische Wüste erreichten wir den geschichtsträchtigen Ort Massada. Wir stiegen über die sogenannte Römerrampe auf. Abwärts ging es dann mit der Seilbahn. Im Jahre 70 nach Christus hatten sich ca. 1000 Juden in der Festung Massada verschanzt. Als die Festung nicht mehr gehalten werden konnte, zogen sie den Freitod der römischen Sklaverei vor.

Als nächster Höhepunkt war Baden im Toten Meer angesagt. Wir befanden uns jetzt 420 m unter dem Meeresspiegel. Das Umkleiden verlief etwas umständlich, aber bei einem solch beeindruckenden Erlebnis kann darüber großzügig hinweggesehen werden. Unglaublich, man legt sich ins Wasser und kann nicht untergehen.

Auf der Weiterfahrt passieren wir den ersten Checkpoint und befinden uns nun in Zone C der Westbank. Hier ist Israel für Sicherheit und Verwaltung zuständig. In Zone A wäre dann Sicherheit und Verwaltung in palästinensischer Zuständigkeit. Zone A darf von Israelis nicht betreten werden.

Wir übernachten im Kibbuz Almog, eine sehr schöne Anlage. Nachdem wir wie jeden Abend die Prorammpunkte des folgenden Tages besprochen hatten, ließen wir den Tag gemütlich bei einem Glas Bier ausklingen.

Mittwoch, 23.10.2013

Heute ging es nach Ramallah. Ramallah ist in Zone A und unser Guide Yalon durfte nicht mitfahren. Während der Fahrt wurden erste jüdische Siedlungen in Westjordanland sichtbar. Am Checkpoint wurden wir vom Police Advisor Klaus Wolf erwartet. Im Lauf der Zeit (ca. 1 Stunde) gesellten sich unser Dolmetscher Kamal Mukarker sowie ein Motorrad der palästinensischen Polizei (PCP) hinzu und mit Blaulicht wurden wir zu mehreren Polizeidienststellen eskortiert. Wir wurden in Lage und Ausstattung sowie in Auswertung, Ergebnisse und Fortbildung der Mitarbeiter der AFIS-Section eingewiesen. Es folgten Gespräche mit Polizeivertretern EUPOL, die uns das bilaterale Polizeiprojekt Deutschland – Palästina erklärten und eine kurze Einführung in das multilaterale Projekt „Aufbau einer Akademie für Führungskräfte“ gaben. Hier wird wirklich Großartiges mit einer gewissen Nachhaltigkeit geleistet.

Bei der nächsten Polizeidienststelle wurden wir durch eine angetretene Abteilung ein-schließlich Musikkapelle überrascht. Stillgestanden, richt euch, Augen geradeaus, präsentiert das Gewehr, Meldung.. Danach wurde marschiert. Fast ein Staatsempfang.
Anschließend wurden wir zu einem feudalen Mittagessen eingeladen.
Bei allen Dienststellen der PCP war der Empfang ausgesprochen herzlich und es wurde mehrfach betont, wie dankbar man für die deutsche Unterstützung sei und ein gewisser Stolz über das bisher Erreichte blieb nicht verborgen.

Wir übernachteten im Kibbuz Haon. Eine sehr schön gelegene Anlage am See Genezareth. Bei einigen Teilnehmern war die Unterkunft nicht zufriedenstellend. Wir konnten uns aber nicht beklagen. Unsere Unterkunft war sauber, das Bad war super und wir hatten sogar zwei Schlafzimmer.

Donnerstag, 24.10.2013

Am fünften Tag fuhren wir zur israelischen Polizei in Haifa. Wir bekamen einen Kurzvortrag, besichtigten Diensträume und bekamen eine Vorführung in Krav Maga, einem von Israel entwickelten Selbstverteidigungssystem. Hier musste Christian als „Opfer“ herhalten .

In Nazareth besichtigten wir dann die Verkündigungskirche.

Absoluter Höhepunkt des Tages war ein Besuch im Beduinendorf Bir El Maksur. Im Hause der Familie unseres Busfahrers Deaib lernten wir eine Gastfreundschaft kennen, die sich kaum in Worte fassen lässt. Das ganze Dorf war auf den Beinen und leistete seinen Beitrag, um 41 Reiseteilnehmer zu verköstigen. Das Essen war unbeschreiblich gut, die Menschen außergewöhnlich freundlich und aufgeschlossen. Und die Kinder… Wir belohnten sie mit mitgebrachten Süßigkeiten. Das war aber nur eine kleine Geste.

Vor dem Abendessen durften wir noch die Moschee des Ortes besichtigen.

Freitag, 25.10.2013

Auf den Golanhöhen erhielten wir einen Blick auf Syrien und Jordanien. Wir sahen einen Film über syrischen Panzerangriff (OZ77)im Yom Kippur Krieg.

Unterwegs riss der Keilriemen am Bus. Somit war die Klimaanlage außer Betrieb und während der nächsten Kilometer stieg die Temperatur im Bus etwas an.

Das Mittagessen nahmen wir bei den Drusen ein. Bei den Drusen handelt es sich um eine Religionsgemeinschaft, die noch an Seelenwanderung glaubt.

Das nächste Ziel war Misgav Am, der nördlichste Kibbuz in Israel. Der Kibbuz befindet sich unmittelbar am Grenzzaun zum Libanon. Stellungen der Hisbollah waren nur wenige Meter entfernt.

Josef, ein holländischer Jude, nahm uns in Empfang, gab uns eine kurze Einführung und berichtete von furchtbaren Erlebnissen mit Terroristen.

Abschließend zeigte er uns voller Stolz sein privates Flaschenöffner Museum. Unsere Gruppe übergab ihm weitere 69 Flaschenöffner.

Zurück im Kibbuz nahmen wir feierlich das Shabatt-Abendessen ein, nachdem uns ein Rabbi die Bedeutung des Shabbat erklärt hatte.

Samstag, 26.10.2013

Unsere Reise führte uns nach Yardenit am Jordan. Hier finden Ganzkörpertaufen am Fließband statt.

Wir fuhren weiter zum Berg der Seligpreisungen, besichtigten die Primatskirche (Petruskirche) und erreichten nach kurzem Fußmarsch die Brotvermehrungskirche. Vor jeder Kirche erhielten wir kurze Erläuterungen durch unsere Seelsorgerin. Anschließend besuchten wir die Ausgrabungsstätte in Kapernaum. Kapernaum spielt in den Evangelien als Wirkungsort von Jesus eine wichtige Rolle.

Zum Mittagessen nahmen wir an einer Fütterung der Massen mit Petrusfisch teil.

Dann war es soweit: Wir fuhren in Jerusalem ein. Von einem Aussichtspunkt schauten wir auf die Altstadt herunter und Sven erklärte alles ausführlich.

Ins Hotel durften wir noch lange nicht (Shabbat). Zunächst fuhren wir nach Jerusalem. Dort nahm uns Kamal Mukarker wieder in Empfang und führte uns zu seinem Elternhaus. Seine Mutter, Faten Mukarker, eine christliche Palästinenserin, hatte die Reise-gruppe zum Abendessen eingeladen. Und wieder erfuhren wir arabische Gastfreund-schaft. Während des Essens erzählte sie uns ihre Lebensgeschichte und zeigte die schwierige Lage aus palästinensischer Sicht auf. Sie trug in deutscher Sprache vor. Sie war nämlich in Bonn aufgewachsen.

Zurück in Jerusalem ging es zum Davidsturm. Dort sahen wir „The Night Spectacular Lightshow“.

Endlich durften wir unser Zimmer im Hotel Prima Kings beziehen. Das Abschlussbier nahmen wir auf einer nahe gelegenen Partymeile ein.

Sonntag, 27.10.2013

Während des Besuchs der israelischen Grenzpolizei wurde uns die lückenlose Video-überwachung der Altstadt vorgeführt. In Videoaufzeichnungen sahen wir mehrere Straftaten wie Raub und Mord.

In stiller Demut besichtigten wir anschließend Yad Vashem. Hier soll den Opfern der Shoa wieder ein Gesicht und ein Name gegeben werden.

Ein Besuch der Klagemauer (nach Geschlecht getrennt) und eine Führung im Klagemauertunnel rundeten den Tag ab.

Nach dem Abendessen fand gegen 21:30 Uhr noch ein Gespräch mit dem in Deutschland aufgewachsenen Armeesprecher Arieh Shalikar statt.

Montag, 28.10.2013

Erneut fuhren wir nach Bethlehem und wurden wieder durch Kamal empfangen. Der Besuch der Geburtskirche stand auf dem Programm. Da noch ein Gottesdienst stattfand, mussten wir über eine Stunde warten bis wir zur Geburtsstätte vorgelassen wurden. Ca. 10 Sekunden durfte jeder an dieser Stelle verweilen. Nach einem Einkauf in einem Souvenirladen verabschiedete sich Kamal und wir kehrten nach Jerusalem zurück, um den letzten Gang von Jesus auf der Via Dolorosa bis hin zur Grabeskirche nachzuverfolgen. In der Grabeskirche konkurrieren sechs verschiedene Religionen nach genauestem Zeitplan.

Der Nachmittag stand den Teilnehmern zur freien Verfügung. Die Erkundung der Alt-stadt und der Besuch des Ölbergs boten sich an.

Wie gewohnt trafen sich die Reiseteilnehmer und Reiseleitung nach dem Abendessen. Bei einem Glas Wein gab die Reiseleitung noch eine kurze Zusammenfassung und dann war Feedback angesagt. Die Teilnehmer waren voll des Lobes und Verbesserungsvorschläge gab es nur in geringem Maße.

Dienstag, 29.10.2013

Sven bot Interessierten an, noch vor Abfahrt zum Flughafen den Tempelberg zu besuchen. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Wir reihten uns in die Schlange der Wartenden ein und es ging absolut nicht voran. Mehr und mehr sprangen die Teilnehmer ab und beschlossen noch einen Markt zu besuchen. Lediglich sechs Teilnehmer hielten durch und wurden nach eineinhalb Stunden eingelassen. Ich muss sagen, ich habe es nicht bereut.

Dann ging alles sehr schnell. Wir fuhren zum Flughafen und verabschiedeten uns von unserer Reiseleitung.

Fazit:

Die Reise kann man nur jedem empfehlen. Mir ist derzeit kein Reiseveranstalter be-kannt, der soviel bietet. Mehr geht wirklich nicht.

Man kann nur erahnen, welcher organisatorische Aufwand sich dahinter verbirgt.

Wir erhielten ein breites Spektrum an Wissen und Eindrücken und es wird vermutlich noch Wochen dauern, dieses zu verarbeiten und zu ordnen. Sven, Yalon und Deaib kann man nur danken. Das ist Qualität in reinster Form.

 

 

 

„Mein Kommentar zur GdP-Israelreise Oktober 2013“

 

Für Christian war die Reise in Summe eine runde und gelungene Sache. Ich habe erwartungsgemäss das Land Israel, und die verschiedenen Religionen, nicht komplett verstanden, Vieles ist mir jetzt aber deutlich klarer und dafür möchte ich mich bei euch herzlich bedanken!!!!!

Es war ein wunderbares Erlebnis ein Land, welches so viele Facetten an Menschen, Kulturen und Religionen bietet, so realitätsnah kennen lernen zu dürfen. Dafür vielen Dank! – Nina –

Wir freuen uns, dass wir daran teilnehmen konnten. Es war eine wunderbare, aufschlussreiche und informative Reise. Dabei wurde das Verständnis des Krisenherdes von mehreren Seiten beleuchtet und einem näher gebracht.
Danke Inge und Jürgen

Mit vielen Gleichgesinnten durfte ich eine tiefbewegende und sehr gut inszenierte Reise durch ein buntes, vielschichtiges Land erleben. Sowohl der bildungspolitische, als auch der kulturelle Anteil waren sehr umfangreich und haben mich tief bewegt. Nach diesen wenigen Tagen habe ich mein Bild über Israel völlig umgestoßen und muss es erst mal neu ordnen.
Lieben, lieben Dank an die Organisatoren und alle Teilnehmer.
Raimo
Ich habe ein vielseitiges Israel erlebt mit enormen Herausforderungen. Die Reise war etwas Besonderes, die man in keinem Reisebüro buchen kann. Besonderer Dank gilt dem Orga-Team. Es ist gelungen über den gesamten Zeitraum eine nahezu perfekte Veranstaltung zu führen. Vielen, vielen Dank, dass ich dabei sein durfte. Hoffentlich sieht man sich gesund wieder.
Zu keinem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, dass es gefährlich war.
Rüdiger

Eine interessante Reise mit vielen Facetten, die wir uns so nie vorgestellt hätten. Nur zu
empfehlen.
Sehr interessant für uns waren die Gespräche mit Zeitzeugen z.B. mit Micky Drill.
Vielen Dank an die Organisatoren für dieses Erlebnis.
Angela und Frank
Israel ist auf jedem Fall eine Reise wert und jedem zu empfehlen um Vorurteile abzubauen.
Birgit und Manfred
Anspruchsvolle Bildungsreise, daher mussten wir wiederholen…
Danke für die Nachhilfe
Silke & Peter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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